„the sunday post“ 10.11.19

Happy Sunday to all of you !

Die herbstliche Morgensonne scheint in das kleine Schlafzimmer und weckt unsere müden Knochen. Es riecht schon nach Kaffee und Frühstück. Meine Gedanken kreisten noch in meinen Träumen, die ich vergeblich versuchte  wieder in meine Erinnerung zurück zu holen, als Tanino mit zwei Tassen Kaffee und einem großen stolzen Grinsen im Gesicht vor unserem Bett steht und verkündet: „das Frühstück ist fertig !“  Wie wundervoll ! Ich überlegte erst, ob ich nicht ein wichtigen Tag vergessen hatte, denn das ist wirklich eine Überraschung gewesen.  Alice beruhigte mich. Es gab keinen Anlass.  Er wollte uns eine Freunde machen und das ist ihm auch wirklich gelungen !  Es kann aber auch damit zu tun haben, dass Alice und ich übermorgen schon mit dem Koffer in der Hand auf Reisen gehen werden…

Die Koffer sind gepackt…

Es geht nach Mosambik. Nach dem verheerenden Zyklon „Idai“  & „Kenneth“ im März diesen Jahres, gab es viele Tote. Weite Landesteile wurden überflutet, die Großstadt hatte tagelang keinen Strom und das Krankenhaus ist verwüstet. Ein humanitäre Katastrophe konnte gerade noch- dank vieler Hilfsorganisationen …wie Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutsch2land verhindert werden. Die Situation ist dennoch sehr kritisch.

Mosambik
Auch lange nach den akuten Überschwemmungen bleibt die Situation in Mosambik herausfordernd. „Idai“ hat unzählige Felder zerstört, so dass die Ernten extrem knapp ausfallen. Es gibt nicht genug Lebensmittel im Land für alle. Zehntausende Kinder haben nicht genug zu essen und sind von schwerer akuter Mangelernährung bedroht. Unser Ziel ist es alle Mädchen und Jungen mit Nahrung zu versorgen. Schwer Hunger leidende Kinder brauchen von uns Spezialnahrung, um wieder auf die Beine zu kommen. Daneben sorgen wir auch dafür, dass die Kinder wieder zur Schule gehen können. Und wir schützen sie vor Krankheiten – zum Beispiel durch Impfungen.

Jetzt geht es um den Wiederaufbau ! Wir müssen den vielen Obdachlosen wieder ein Zuhause geben, den Kranken eine medizinische Versorgung gewährleisten.  Provisorische Schulen geben den Kindern wieder ein Gefühl der „Normalität“ zurück.  Bisher fand der Unterricht nur in provisorischen Zelten statt. Jetzt sollen die zerstörten Schulen wieder aufgebaut werden.
Alice und ich werden uns ein eigenes Bild der aktuellen Situation in Mosambik machen.  Was wir dort erleben und wie die aktuelle Situation in Mosambik  aussieht, erzählen wir Euch in unserer nächsten Sonntags – Kolumne.

 

Afrika ist ein wunderschönes und aufregendes Land. Als ich über die kommenden Reise nachdachte, erinnerte ich mich an meine letzte Reise nach Tansania. Ich reiste damals zu meinen Freunden auf die „Hatari Lodge“, zu Marlies und Jörg Gabriel. Meine Verbindung zu diesem Land ist eine ganz besondere. So schön dieses Land auch ist, es braucht unsere Hilfe. Besonders in den Regionen, die unter  Dürre, Hungersnot und Krankheit leiden.

Ich bitte Euch daher uns zu unterstützen. Wie ihr das machen könnt ? Es ist ganz einfach. Folgt diesem LINK  ( klick hier )

 

 

 

Meine letzte Reise nach Tansania… Ein Auszug aus meinem Tagebuch…

 

 

„Coming home“

Es war der große alte Baum im Hintergarten, der Hatari Lodge,  der mein Besuch ankündigte. Während der alte Toyota Jeep mich über die holprigen Wege des Arusha Parks zu meinem alten Zuhause brachte, beschloss der alte Freund, der mich als Kind schon auf seine Ästen trug, das seine Zeit nun gekommen war und legte sich leise nieder. Nein, nicht auf Jim´s Haus, Er legte sich auf die Gemüse Bete, die Marlies mit großer Liebe pflegte. Er machte das allerdings so geschickt, dass er niemanden auf der Farm aufweckte. Nicht mal die Tiere gaben ein Laut von sich. Dieser riesen Koloss!
Mit großen Augen standen die Massai ein paar Stunden später vor dem alten Kameraden, der lange schon vor Ihnen dar war und der ganz selbstverständlich ihnen mittags seinen Schatten schenkte. Das er eines Tages zu so einem Entschluss kommen würde, konnte sich keiner vorstellen. Große Ratlosigkeit bei allen hier. Alle schauten sie nach oben auf den Gipfel des Kilimanjaro zu den afrikanischen Göttern. Sie schwiegen.
Es war so, als hätte der Baum gewartet, bis der „verlorene Sohn“ endlich wieder nach Hause kommt, meinte Paul, der Koch. Er sah meine Traurigkeit in meinen Augen. Anstatt etwas zu sagen, ging er einfach wortlos und ließ mich mit dem alten Akazienbaum alleine. So macht man das hier im Busch. Ich war traurig. Hatte ja keine Gelegenheit mehr mich von meinem alten Spielkameraden zu verabschieden. Wenn ich gekonnt hätte, so hätte ich ihn wieder aufgerichtet.

Mein Zuhause für die kommenden Tage, hier auf der Hatari Lodge ist ein kleines Cottage unweit der alten Fieberakazie. Es war nicht nur mein Zuhause, sondern auch das der Merkatzen, wie ich Nachts feststellte. Sie zogen von meinem umgestürzten alten Kameraden auf mein Dach. Es hörte sich an, als wäre das „Djschugelbuch“, einschließlich „Balu“ dem Bär tanzend und trommelnd auf dem Dach, um mich willkommen zu heißen. Was für eine unruhige Nacht das war. Dennoch bin ich mit einem Lächeln im Gesicht eingeschlafen. Man ist nur unter Menschen einsam, nicht aber unter Tieren. Das wurde mir einmal mehr klar.

Der afrikanische Busch schläft nie!
Unmerklich blickte ich auf das Bild von „Satao“, das neben meinem Bett hing. Ich lag da und spürte, wie die Müdigkeit in meine Knochen kroch, als ich in die traurigen Augen des alten Elefanten blickte. Wusste er, wie sein Leben enden wird?
Elefanten sind für mich die Seele Afrikas und dieser weiser alte Elefant war der größte und schönste Elefant, den ich kannte. In Kenya lebte er, bis ihn letztes Jahr geldgierige Wilderer erlegten.

Wenn diese schönen Wesen sprechen könnten, würden sie uns Geschichten erzählen, die so wundervoll sind, dass wir vielleicht eines Tages ihre Stimmen hören und verstehen würden. Geschichten von Freiheit und von Wanderungen, alten Trampelpfaden,die sich durch das ganze afrikanische Land ziehen. Von alten Traditionen, von Liebe und Freundschaft.
Ein Elefant versteht viel mehr davon, als wir Menschen. Viel könnten wir von ihnen lernen. Doch anstatt ihnen zuzuhören, jagen und töten wir sie. Dieses perfekte Ökosystem Afrikas zerstören wir, durch die Gier nach Geld & Macht.
Ich laufe durch die Savannen Afrikas und staune wie viel Leben in so einer – scheinbar kargen – Umgebung steckt. Wer die Natur verstehen will, sollte genau hier anfangen.

Meine Reise nach Tansania, verbindet nicht nur meine Vergangenheit mit dem „hier und jetzt“. Es geht viel weiter ! Es hat ein Gedächtnis wie das eines Elefanten. Es vergisst nichts. Das erlebte bleibt für ewig bestehen. Begegnungen und erlebtes bleiben sichtbar, wie der Stein der in der Savanne Tansanias steht und meinen Namen trägt. Als ich vor zehn Jahren mit einem Schmerz in der Brust Tansania verlassen musste, hatte Jörg ihn „Hardy´s Rock“ getauft, damit sich alle daran erinnern können, das der „verlorene Sohn“ hier war und bald wieder kommen wird.

Und so ist es. Ich bin wieder da…

 

 

5 thoughts on “„the sunday post“ 10.11.19

  1. Hardy & Alice, Euer Engagement ist großartig! Bewundernswert!

    Den meisten von uns hier in Deutschland geht es sooo gut…
    aber viele erkennen es nicht, sie nehmen es nicht wahr, alles ist SELBSTVERSTÄNDLICH… es fließt sauberes Wasser aus dem Wasserhahn, das Licht geht an, wenn wir den Schalter betätigen, wir haben Strom zum Kochen, die Waschmaschine wäscht unsere schmutzigen Sachen, wir haben genug zum Essen, wir haben ein Dach über dem Kopf, es gibt keine Epidemien…
    Frieden.
    Traumhaft! ☺

    Mann!! Wir sind EINE WELT!!!

    Was macht uns zu den „Besseren“… den „Auserwählten“… dass wir
    in so ein reiches Land hineingeboren wurden und den ganzen selbstverständlichen Luxus mit in die Wiege gelegt bekommen haben?!

    Wir sind alle gleich, alle Menschen, alle miteinander verbunden, egal wie weit entfernt wir voneinander leben, alle BRÜDER & SCHWESTERN EINER ERDE!

    NICHTS macht uns zu etwas Besserem, dass wir unsere ganzen Vorteile verdient hätten!!

    Es sollte uns allen ein Herzensanliegen sein, unsere Welt mit unseren Mitteln gerechter und besser zu machen…
    ein Fünkchen Glück auf Reisen zu schicken um die Welt ein bisschen heller zu machen…

    Ist es nicht wundervoll sich vorzustellen, dass wir jemandem damit irgendwo auf unserer Erde ein Lächeln ins Gesicht und ein Leuchten in die Augen zaubern…
    und ihm eine neue Zukunft schenken können?!

  2. Guten Abend, ich bin es nochmals 🙂 Du schreibst immer von der „Hatari Loge“ und dann auch von Momella ; Sind das zwei unterschiedliche Aufenthaltsorte oder beides das gleiche ? Schönen Montagabend und eine gute Reise, Nadine

  3. Guten Morgen !
    Einen schönen Wochenstart und Euch eine gute Reise und trotzt der momentanen Situation dort , eine tolle Zeit in Mosambik ! Packt in Euer Gepäck für die Kinder und ihren Familien eine ordentliche Portion Mut , Hoffung und ganz viel lachen mit
    ein . Ich habe einen guten Freund, der selber in Südafrika geboren wurde und nun hier im Norden eine Mission leitet . Er fliegt ebenfalls demnächst dahin um dort mit seiner Familie , die dort lebt , Weihnachten zu feiern …. Er unterstützt das Projekt ebenfalls und macht bei jeder Gelegenheit die sich bietet auf dieses Schicksal aufmerksam !
    Liebe Grüße und alles gute Nadine

  4. Ihr Lieben!

    Schön, wenn man ohne besonderen Anlass liebevoll überrascht wird. Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche. Genießt Eure Familienzeit und tankt Kraft für alle Vorhaben.

    Safari njema!
    Larissa 🙂

  5. Lieber Hardy,

    Ich wünsche Euch für die Reise nach Mosambik alles Gute!

    Satao… und die Geschichte, die mit ihm verbunden ist, ist mir nicht ganz unbekannt. Schön, dass es heute Menschen gibt, die wiederum Menschen in Tansania unterstützen und es ihnen ermöglichen Trinkwasser zu erhalten und ihre Kinder in die Schule schicken können. Ich besitze einen süssen, kleinen Polsterelefanten. So konnte ich einen winzig kleinen Beitrag dazu leisten.

    Also, viel Erfolg für diese Herzensangelegenheit und

    Alles Liebe
    Gabi

Ich freue mich über Eure Kommentare! Euer Hardy