The Sunday Post 1. Advent 2019

Ein wunderschönen 1. Advent wünsche ich Euch !

…. Nun sind wir ALLE gefragt. Wie war die Frage ? Nein, es geht vielmehr um die Frage:  Sonderen,was ist die Antwort? Kleines Wortspiel zu einer ernsten Frage und einer Antwort, die uns eigentlich nicht schwer fallen sollte.
Jeder einzelne von uns kann sich durchkämpfen. Im Leben, in der Arbeit in seiner Beziehung. Doch was macht er, wenn er ganz oben angekommen ist, sich umschaut und erkennt, dass er ganz alleine ist  – und nur für sich da steht. Er hat nur für sich alleine gekämpft. Nicht für das große Ganze, nicht für uns alle, nicht für die große Kraft. Nur für sich ganz alleine ! Da schwindet die Kraft des Einzelnen. Besonders-wenn er niemanden hat, mit dem er sein Erreichtes…teilen kann.
In meinem Leben kann ich mich an Situationen erinnern ,wo  ich da stand und ich über etwas glücklich, stolz, zufrieden, überwältigt war- doch es mit niemanden teilen konnte. Was für eine Verschwendung. Was für ein großartiger Moment…verschenkt – irgendwie.
Dabei geht es nicht um dein, mein oder das Leben aller. Sondern nur um ein Gefühl, um einen Augenblick. Doch wenn es hier nun wirklich um unser Leben gehen würde ? ‚ Das Leben aller‘ Du, ich, er , sie EINFACH alle. Dann sieht die Situation so unglaublich schrecklich aus und da stellt sich doch dann die Frage… Warum tun wir nichts dagegen ? Warum nehmen wir all diese Prognosen einfach hin und glauben, es würde uns nicht betreffen. Wen den sonst, wenn nicht uns? Warum nichts dagegen tun, wenn nicht wir. Warum nicht jetzt und nur jetzt ?

An diesem Wochenende waren Alice und ich in Deutschland unterwegs, um unsere humanitären Hilfsprojekte vorzustellen. Wir haben Reden und Vorträge über die Situation in unserem Land und auf der Welt besprochen. Ich kann nicht umhin Euch zu erzählen, was uns so tief bewegt. Wir sind irritiert über die Verunsicherung der Menschen.  Wir müssen alle handeln- das wissen wir- doch was fehlt: ist eine Vision ! Wir können die Welt nicht verändern, wenn wir keine  Visionen haben, wie die Welt sein sollte.  Wir können handeln, wenn wir unser Ziel kennen. Wenn wir alle die selbe Vision, das selbe Ziel haben… können wir die ersten Schritte gemeinsam gehen.  Mein Gefühl sagt mir, dass wir uns oft selbst im Wege stehen.  Wir brauchen eine neue Idee, eine neue Vision. Ich möchte Euch eine Vision meines Vaters erzählen…

Stelle dir mal vor, mein Junge….

Es war eines Nachts in Rostock.  Ich erinnere mich noch sehr gerne an diesen Moment.  Ich lag in einer  kleinen Kajüte an Bord  eines alten Dreimasters.  Mein Vater brachte meine Schwester und mich gerade ins Bett. Am nächsten Morgen würden wir in See stechen und nach Dänemark segeln.

Meine Vater saß an der Kante…meines kleinen Bettes.  Das Schiff schaukelte sanft vor sich hin, als er zu mir sagte:   „Stelle dir mal vor mein Junge, wir alle würden alle eines Tages unser Brot mit der selben Münze bezahlen. Was für ein Gedanke. Ich habe die Bedeutung damals, ich muss 12 Jahre alt gewesen sein, noch nicht wirklich verstanden.

Heute hat dieser Satz für mich eine ganz neue Kraft. Seine Vision war die, die wir jetzt im übertragenen Sinne…wieder haben sollten. Eine Welt der Gleichheit, in dem das wir alle begreifen, dass wir in einer Gemeinschaft den Problemen, die wir hier in diesem Land und auf der ganzen Welt haben, die Stirn bieten können.

Wir würden alle das Brot mit der selben Münze bezahlen….
  • Ich sehe Ungeduld, Misstrauen und Vereinsamung in unserer Gesellschaft. Diese Gefühle kenne ich selbst all zu gut. Ich erkenne das auch bei mir selbst. Das Verlangen sich mehr zurück zuziehen, als sich zu öffnen und neugierig und gesprächsbereit zu sein. Das macht mich selbst sehr traurig. Ich möchte nicht so sein und ich würde alles dafür tun, wenn ich dies ändern könnte. Doch vieles was da draußen passiert, zwingt einem regelrecht dazu, sich immer mehr in den Hintergrund zu verkriechen, als mit lauter Stimme und klaren Kopf gegen dieses Ungetüm von Politikverdrossenheit und inhaltslosen „Sozial-media-lifestyle“ zu erheben. Wir sind zu einer gläsernen Gesellschaft geworden, wo Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte nur Wörter sind…

  • Wir vergessen den großen Gedanken. „The Big Mind“. Das große Ganze! Wir sehen den Wald ( den es bald nicht mehr gibt ) vor lauter Bäumen nicht. Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass alles was jeder von uns tut, den anderen genauso betrifft…wie uns selbst, dann frage ich mich, ob wir uns der Pragmatismus noch länger leisten können. Es gibt eine ganz klare Antwort auf diese Frage. Nein ! Das können wir nicht !  Ist es Kapitulation ? Ohnmacht oder einfach „wegsehen“.

Eine Welt die auf der einen Seite durch  Technisierung / Digitalisierung  und wirtschaftlicher Stabilität in der westlichen Welt,  die Möglichkeit hätte ein Gleichgewicht herzustellen, sieht sich als Gewinner in einer Welt die durch Klimawandel, Überpopulation und Weltunterernährung auf eine Krise zusteuert, die für uns alle ganz anders enden wird, als wir uns das  alle  vorstellen können.  Mich beunruhigt das sehr und ich stelle mir die Frage: Was können wir tun? Wo können wir ansetzen, um Lösungen zu finden ?

Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Was ich tun kann, ist meine eigene Haltung zu hinterfrage.  Mich  nicht geschlagen geben. Es darf nicht sein, dass mich die Gesellschaft dazu verleitet, klein bei zu geben und mich von  den unangenehmen Entwicklungen und Meinungen derer wegzudrehen, die es einfach nicht besser wissen. Menschen ohne Meinung, Rückgrat oder Ziel, etwas Produktives, Kreatives und Nachhaltiges zu schaffen… das einen    Fußabdruck hinterlässt. Einen Fußabdruck, der eine Inspiration für eine vernünftige und intelligente Generation sein kann. Eine Generation die das Recht auf ein gesundes, produktives und glückliches Leben haben muss ! Unsere Kinder, nämlich !

Keine Resignation – Nein ! Konfrontation….

Wenn ich meine Haltung ändern kann, brauche ich aber natürlich auch Verbündetet. Gleichgesinnte oder besser noch Mentoren, die mir helfen neue Synagien zu finden und ein Netzwerk von Sympathisanten zu schaffen. Eine neue Allianz derer, die auch die Mittel haben Veränderungen innerhalb der Gesellschaft zu schaffen.  Wirtschaft und Politik !.

Was wäre wenn sich große wirschaftliche Unternehmen mit der Politik zusammen setzten und eine neue Vision für die Welt von morgen schaffen…

Wenn ich meinem Vater eines Tages sagen könnte: „ Weisst Du noch, als Du mir von deiner Vision erzählt hast – das wir alle das Brot- das wir essen, mit der selben Münze bezahlen würden ? Sieh doch, heute haben sie sogar den selben Gedanken und sprechen die selbe Sprache ! Sie schaffen eine lebenswerte und gesunde Welt für die, die nach uns kommen. Das würde ein Lächeln in unsere Gesichter zaubern. Die Welt ist sehr zerbrechlich-das hat mir mein Leben, in das ich hineingeboren worden bin…leider gelehrt.

Wie sieht eure Vision aus oder habt ihr schon aufgegeben?

Ich freu mich auf Eure Antwort!

Einen schönen 1.Advnetskaffee

Euer Hardy

6 thoughts on “The Sunday Post 1. Advent 2019

  1. Emotionen, Momente des Glücks, aber auch ein wenig Traurigkeit mit niemandem teilen zu können, weil eben niemand da ist……….
    Ich kann dieses Gefühl nur all zu gut nachempfinden!

  2. Traurigkeit reinigt unsere Seele und lässt uns letztendlich klarer sehen… aber zu viel Traurigkeit lässt unsere Träume sterben, packt unseren Kopf voll mit quälenden Gedanken, die unser Herz fesseln.

    Ich glaube, in unserer Welt ist zu viel Traurigkeit. Unsere Welt ist oft so kalt. Die Dunkelheit erstickt das Licht… die Wärme.
    Kalte Herzen, die selbst kein Glück spüren, können keine Wärme und Liebe ausstrahlen… sie leben nicht.

    Wenn die Menschen nur mehr Liebe in ihren Herzen hätten… dann sähe es um unsere Welt um einiges besser aus.

    Wir sollten jeden Tag das Leben feiern und genießen!
    Wenn wir nur mit offenen Augen durch die Welt laufen würden und uns daran freuen würden, wie WUNDERVOLL unser Leben ist… das, was uns geschenkt wird!

    Das ist alles so schön… so unglaublich schön!!
    Ich liebe das Leben! \

  3. Lieber Hardy,
    Deine Worte, Gedanken und auch Sorgen treffen mal wieder ins Schwarze.
    Es sind viele offene Fragen, die heutzutage leider bewegen und bewegen müssen, um etwas zu ändern und Antworten zu finden, die oftmals vor allem von der Politik unbeantwortet bleiben…
    Wie heißt es so schön in den Lyrics von Michael Jacksons „Man in the Mirror“? „ I’m starting with the man in the mirror. I’m asking him to change his ways. And no message could have been any clearer, if you want to make the world a better place, take a look at yourself, and then make a change.“
    Wenn jeder bei sich selbst bewusst anfängt etwas zu ändern im Umgang mit der Umwelt
    (Plastik vermeiden) und gegenüber Mitmenschen ( mal öfter Menschen ins Gesicht und in die Augen sehen, statt in sein Smartphone abzutauchen, mehr miteinander zu sprecheb und vor allem zu zuhören), bewegt sich vielleicht etwas..möglicherweise ist das komplette Utopie, doch das ist zumindest mein naiver Wunsch an die Zukunft..
    Guten Wochenstart Dir & Alice und Euch lieben Mitlesern!
    Adventliche Grüße an alle,
    Cordy

  4. Lieber Hardy!

    Aufgeben ist keine Option! Mich erfreut es jedes Mal, wenn ich in den Augen von Erwachsenen ein Leuchten entdecke, das man normalerweise von glücklichen und dankbaren Kindern kennt. Meine Vision ist es so viele Augenpaare wie nur möglich zum Leuchten zu bringen – unabhängig vom Alter und nicht nur zu Weihnachten. Deine wundervolle Frau Alice und Du – ihr zwei habt diesen magischen Glanz in Euren Augen und entfacht ihn auch in den Augen der Anderen. Danke dafür 🙂

    Alles Liebe,
    Eure Larissa

  5. Blick nach Vorne…in die Zukunft!
    In eine gute, glückliche, sorgenfreie Zukunft!
    Ja, so muss es sein!
    Niemand muss sich verkriechen, sich einsam fühlen! Es gibt sicher einige Menschen, die es mit einem gut meinen. Man muss es nur zulassen! Denn JEDER hat das Recht glücklich zu sein!

  6. Lieber Hardy,

    Deine Worte stimmen nachdenklich und ich, als „kleine Person“, kann allein so gar nichts gegen all das Grosse ausrichten.
    Man braucht Verbündete, Gleichgesinnte und Weggefährten, die einen begleiten und unterstützen! Nur so kann es funktionieren, eine Veränderung für uns, für unsere Zukunft herbeizuführen.
    Ich glaube aber auch, dass unsere Kinder…die Jugend schon ganz anderst denkt und für ihre Zukunft besser sorgt. Und diese jungen Menschen müssen wir eben unterstützen und sie ernst nehmen, denn sie sollen in eine gute Zukunft hineinwachsen, die wir schließlich auch noch erleben dürfen.
    Und natürlich, so weit es jedem möglich ist, der kann auch schon im kleinen Rahmen seine Hilfe anbieten und für ein liebevolleres Miteinander sorgen. Dann sieht es auch in unserem unmittelbaren Umfeld nicht mehr so trostlos aus und niemand muss sich verkriechen oder sich einsam fühlen.
    Und das geht jederzeit … nicht nur jetzt zur Weihnachtszeit!!!

    In diesem Sinne noch einen schönen 1.Advent! Alles Liebe
    Gabi

Ich freue mich über Eure Kommentare! Euer Hardy